" Es sind die Farben. Zuallererst die Farben.
Jaros Bilder geben das Licht, das sie, wer weiss wie, irgendwo haben einfangen können, wieder frei.
Werfen es zurück in einen überraschten Raum, der sich nach Kräften bemüht, dem Spektrum genügend Platz zu bieten, den Farben,
die über die Grenzen der Bilder hinauszuwachsen scheinen.
Sie sind es, die uns zuallererst gefangennehmen.
Dann erkennt man die Mühe, begreift die Arbeit, die hinter allem steckt. Zeit muss bei der Genese dieser Werke vergehen, viel Zeit, so denkt man.
Man sieht die Arbeit kunstschaffender Hände, die wissen, was sie tun. Denn sie haben ihr Handwerk erlernt, beherrschen die Techniken, die der komponierende Kopf fordert: Oder fordern in Wirklichkeit die Bilder selbst?
Sind sie Produkte eines Prozesses, der, virtuos gelenkt und beherrscht, am Ende gar den Künstler überrascht?
Der Artist schafft Flächen, Strukturen, die man mit Händen fassen, begreifen möchte.
Sie lassen Tiefe entstehen, neuen Raum, den stumpfe Stellen bisweilen geheimnisvoll verbergen.
Aber dann gibt es Ausschnitte von solcher Transparenz, dass man fürchten muss, im nächsten Moment hinter das gesamte Bild zu geraten. Diese Tiefenerlebnisse zählen zu den gelungenen Augenblicken des Betrachtens. Sie sind sehr privat.
Abstraktes kann konfrontiert werden mit Figürlichem, Gegenständlichem, Realem. Dann entsteht die größte Spannung. Jaros Bilder leben von diesen spannungsreichen Kontrasten: zwischen den Farben, zwischen Formen und Flächen, Figuren und Strukturen, Nacht und Tag. In neue Kontexte versetzt, bedeuten die Dinge sich selbst wie nie zuvor und weisen im selben Moment weit über sich hinaus: Chiffren des Schönen.
Harmonie beherrscht die Konflikte, bringt die Gegensätze miteinander in Einklang.
Das ist
die eigentliche Verführung: Die Sehnsucht, hinter das Licht geführt zu werden, hinter die Farben. "

Aus dem Vernissage - Katalog ,
über die Malerei von Jaro

Ch.Leuchter






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